
Hier finden Sie alle Informationen zum Baum des Jahres 2026: die Espe!
Beschreibung und Eigenschaften
Die Espe (Populus tremula), auch Zitterpappel genannt, ist ein Laubbaum aus der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Sie erreicht in der Regel eine Höhe von 15 bis 25 Metern und hat eine schlanke, oft durchscheinende Krone. Die Espe kann ein Alter von 100 Jahren und einen Stammdurchmesser von 1 Meter erreichen. Besonders auffällig sind ihre abgerundeten bis herzförmigen Blätter mit einem langen, an den Seiten abgeflachten Blattstiel. Sie beginnen schon bei leichtem Wind zu zittern, was dem Baum seinen Namen gegeben hat. Die Rinde ist in jungen Jahren glatt und graugrün, später wird sie dunkler und bildet feine Risse. Im Frühjahr erscheinen die unscheinbaren, kätzchenförmigen Blüten noch vor dem Austreiben der Blätter.
Verteilung und Anpassungsfähigkeit
Die Zitterpappel ist in weiten Teilen Europas sowie in Nord- und Zentralasien verbreitet. Sie wächst sowohl in der Ebene als auch in höheren Lagen und zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit aus. Als typische Pionierpflanze besiedelt sie schnell offene Flächen wie Kahlschläge, Brandflächen oder Böschungen. Sie stellt geringe Anforderungen an den Boden und wächst sowohl auf nährstoffarmen als auch auf frischen und gut belüfteten Standorten. Dank ihres ausgedehnten Wurzelsystems und ihrer Fähigkeit, sich durch Ausläufer und Stockausschläge zu vermehren, kann sie sich effizient ausbreiten und zur Bodenstabilisierung beitragen. Aus diesem Grund pflanzt die Stiftung Hëllef fir d'Natur diesen Baum im Rahmen ihrer Aufforstungsarbeiten. Im Jahr 2024 pflanzte sie 275 Espen, 2025 dann 625, und auch in diesem Jahr werden weitere Espen in unseren Laubmischwäldern gepflanzt.
Nutzung und landschaftliche Bedeutung
Die Espe hat zwar nur eine untergeordnete wirtschaftliche Bedeutung, wird jedoch vielseitig genutzt. Ihr leichtes und weiches Holz eignet sich zur Herstellung von Spanplatten, Papier, Saunen oder Parkett. Die in den Blättern und der Rinde enthaltenen Salicylsäureverbindungen sollen schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Eigenschaften haben. In der Landschaftsgestaltung wird sie wegen ihres schnellen Wachstums und ihres filigranen Aussehens geschätzt, insbesondere in Naturparks, an Waldrändern oder bei Aufforstungsprojekten. Sie spielt auch eine wichtige Rolle bei der Wiederaufforstung degradierter Gebiete und trägt zur landschaftlichen Vielfalt bei.
Ein für die Biodiversität unverzichtbarer Baum
Die Espe ist für die Biodiversität von grosser Bedeutung. Sie ist eine der wichtigsten Futterpflanzen für einheimische Schmetterlinge sowie für zahlreiche Insekten-, Käfer- und Wildbienenarten. Zahlreiche Vogelarten nutzen sie ebenfalls als Nist- und Futterbaum. Alte oder abgestorbene Exemplare bieten zudem Hohlräume und Totholzstrukturen, die für Fledermäuse, Spechte und Pilze unverzichtbar sind. Als Pionierbaum fördert die Espe die Entwicklung vielfältiger Waldgemeinschaften und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht.
